Donnerstag, 20. März 2014

Aconcagua Reisebericht

Bevor es mit meinem Buch weitergeht bin ich Euch noch was schuldig, nämlich den Bericht zu meiner Besteigung des Aconcagua.


Nach drei Flügen und rund 24 Stunden Reisezeit lande ich am 4. Januar abends im argentinischen Mendoza. Die Stadt ist für zwei Dinge bekannt: für den guten Wein, und - wichtiger für mich - als Ausgangspunkt für Expeditionen auf den Aconcagua.
Der Berg gehört mit seinen 6962 Metern nicht nur zu den Seven Summits, sondern ist die höchste Erhebung der südlichen und westlichen Hemisphäre.
Höher geht nur noch im Himalaya.
Vor fünf Jahren stand ich in Nepal am Thorung La, dem legendären Pass der Annapurna-Runde, auf knapp 5500 Metern Höhe. Und irgendwie habe ich da Blut geleckt: warum nicht noch ein bisschen höher, ein bisschen mehr Herausforderung, ein bisschen mehr Kampf? Das Leben beginnt am Ende der Komfortzone!
Bei meinen Recherchen bin ich dann auf diesen gigantischen Felsklotz gestoßen.

Was dann kam waren Monate der Planung. Geld sparen, Material sammeln, den einen oder anderen Sponsor mit ins Boot holen, Flüge checken, und: eine passende Expeditionsgruppe ausfindig machen.
Klar, der Aconcagua ist zwar rein technisch nicht besonders schwierig, trotzdem ist es eine extreme Herausforderung. Die Höhe ist das Eine. Dann haben wir da noch das Wetter. Der Aconcagua ist als extrem kalter Berg bekannt. Temperaturen um -30 Grad sind in den oberen Bereichen keine Seltenheit. Das Wetter kann schnell umschlagen, und wo eben noch blauer Himmel strahlte, kann es schon im nächsten Moment waagerecht schneien.
Und was passiert, wenn mich nachts alleine im Hochlager die Höhenkrankheit überfällt? Wäre ich alleine, und nur mir selbst gegenüber verantwortlich, ich hätte es vielleicht alleine versucht. Nachdem ich aber meiner Frau und den beiden Kids das Versprechen gegeben habe in einem Stück zurückzukehren, erschien mir die Lösung mich einer Gruppe anzuschließen vernünftiger.
Und selbst dann kamen noch Zweifel auf.
Bereits am Flughafen in Mendoza traf ich die ersten Bergsteiger, und die meisten von ihnen waren nicht zum ersten Mal hier.
Warum? Nun, bei den letzten Versuchen mussten sie abbrechen. Wegen erfrorener Nasen, Finger, Zehen, weil ein Muli einem Expeditionsteilnehmer das Gesicht oder das Bein zertrümmert hatte, weil das Wetter gnadenlos war, die Lawinengefahr zu hoch, der Wind zu stark, die Temperaturen zu tief. Oder weil man die Höhenkrankheit nicht in den Griff bekommen hat.
Da denkst du dir kurz nach der Landung: „Um Gottes Willen, was tue ich hier!?“
Im Hotel in Mendoza treffe ich die Teilnehmer meiner Expeditionstruppe, wir gehen noch ein Steak essen (ein absolutes MUSS in Argentinien), machen einen kurzen Materialcheck, und verbringen die letzte Nacht in der Zivilisation.
05.01.
Am nächsten Tag holen wir unser Gipfelpermit (600 Euro!), das uns zum Eintritt in den Nationalpark, und zum Aufstieg auf den Gipfel berechtigt.
Danach mit dem Bus entlang der Plata Mountain Range vier Stunden lang in Richtung Puente del Inka.
Die Landschaft wir dabei immer karger und wüstenartiger.
Wir verbringen noch eine weitere Nacht in einem Hotel. Hier gibt es sogar Skilifte.
Allerdings ist hier im Sommer natürlich nichts los. Die Atmosphäre hat etwas von einem Stephen King Film. Alles verlassen, quietschende Türen die vom Wind auf- und zugeschlagen werden, Sandböen peitschen über die Straße, und alle paar Minuten kommt ein Truck vorbei. Schließlich ist es die Hauptverbindungsachse von Argentinien durch die Anden nach Chile.
Wir sind hier bereits auf 2600 Meter Höhe, der Wind ist nicht nur stark, sondern auch ganz schön frisch, aber die Sonne hat ordentlich Kraft. Sonnencreme wird in den nächsten Tagen ein wichtiger Begleiter werden.
Was jetzt noch getan werden muss:
das Material aussortieren. Bis zum Basecamp werden die Mulis unsere Rucksäcke transportieren, wir tragen lediglich unseren Daypack. Das kratzt zwar ein bisschen am Ego, aber ab dem Basecamp werden wir alles selbst schleppen. Da werde ich dann sehen, wie ich mit 15 bis 20 Kilo am Buckel aussehe, auf über 5000 Metern!
06.01. 
Heute gehts dann wirklich los. Allerdings starten wir gemütlich, mit einem dreistündigen Marsch vom Parkeingang Horcones (2800 m) zum Lager Confluencia (3400 m), begleitet von Kondoren, und großartigen Ausblicken auf den Aconcagua. 
Immer wieder kommen uns Mulikaravanen entgegen, die für den Lastentransport bis zum Basecamp sorgen.
Danach heißt es Zelte aufbauen.  




Und jetzt ist es da, das Urlaubsflair!!! Es hat ein bisschen gedauert bis es soweit war, denn seit die Kids da sind war ich nicht mehr alleine weg. Man vermisst das Gebabbel der Kleinen, die Geschichten die sie erzählen, die Dinge, die sie tun, das gemeinsame Sanmännchen gucken, und die Gute-Nacht-Geschichten.
Aber dann fällt der Schalter um, und man geht voll und ganz in der Aufgabe auf, die man sich hier gestellt hat.
07.01.
Heute machen wir die erste Akklimatisationswanderung. 
Gegen 9 Uhr starten wir in Richtung Plaza Francia. 
Der Pfad steigt moderat an, und führt über die Schotter- und Geröllfelder des unteren Horcones-Gletschers immer Richtung Aconcagua Südflanke. 
Der Gletscher sieht aus wie ein in der Sonne aufgebrochener Feldweg, riesige Eisberge treiben Richtung Tal.  
Nach vier Stunden machen wir Rast mit einem gigantischen Blick auf den Berg, der vor uns noch mal 3000 Meter geradeaus in den Himmel wächst. 



Das Wetter ist wieder mal perfekt. Blauer Himmel, fast zu heiß ( der Sonnenbrand im Nacken zwickt!), nur der Wind ist teilweise ganz schön krass. Erinnert mich an die Kali Kandaki Gorge in Nepal, das tiefste Durchbruchtal der Welt. Dort hat es uns damals auch fast von den Füßen geweht.

 Wieder zurück im Camp Confluencia gehts zum vorgeschriebenen Medical Check. 
Drei Mal müssen wir diese Prozedur im Laufe der Expedition über uns ergehen lassen. Blutsauerstoffgehalt, Blutdruck, Puls, und Lungenfunktion werden getestet. Die Ärzte können zwar niemanden vom weiteren Aufstieg abhalten, können aber Empfehlungen aussprechen, eventuell Medikamente verabreichen, und weitere Schritte einleiten. Meine Werte sind Lehrbuchmäßig, und ich bekomme den Stempel für den weiteren Aufstieg. 

Um den Akklimatisationsprozeß zu unterstützen ist es darüber hinaus extrem wichtig, viel zu trinken. Und viel heißt hier wirklich viiiiiiieeeeeel!! Fünf bis sechs Liter sind Minimum. Ich habe oft vor dem Frühstück schon zwei Liter intus, und komme am Ende des Tages, gegen 18 Uhr oft auf acht bis neun Liter. Und was rein geht, muss ja auch wieder raus. Dazu später mehr.

08.01.

Wir stehen um 6 Uhr auf, packen Taschen und Zelte zusammen und nach dem Frühstück um 8 gehts Richtung Basecamp Plaza de Mulas. 
Immer durch dieses großartige Flusstal, mal mit Blick auf den Aconcagua, mal mit Blick auf den Horcones Gletscher. 
Und wieder keine Wolke am Himmel. 
So ein Wetter brauchen wir am Gipfeltag!!!  





                                                       Auch Mulis sind offenbar nicht unverwüstlich.  


Wir sind um 15:30 am Ziel.
Das letzte Stück hatte einen ganz gemeinen Anstieg. Der Pfad war schon schmal genug, und dann kommen auch noch dauernd Mulis entgegen. Anstrengend, aber dafür werden wir mit einem gigantischen Blick auf den Gletscherabbruch belohnt. 
Erst Zelte aufbauen, während Kondore über uns fliegen. dann setze ich mich ein paar Minuten vor die Webcam. Vielleicht siehts ja zu Hause jemand.  




09.01.

Ich hab's mal wieder geschafft!
Zum ersten mal seit Nepal, und zum zweiten Mal in meinem Leben muss ich nachts zum Pinkeln raus. 
Der Sternenhimmel entschädigt zwar, aber arschkalt isses trotzdem.
Viele meiner männlichen Kollegen arbeiten mit sogenannten Pee-Bottles.
Auf gut Deutsch: nur so viele Körperteile wie unbedingt nötig verlassen den Schlafsack, und man pinkelt in eine Flasche, die dann am nächsten Morgen geleert wird. Ich kenne zu viele Geschichten von Leuten, die die Flasche im Schlafsack verschüttet haben. Das ist mir zu riskant. Außerdem weigert sich mein Ego, nachts in eine Flasche zu pinkeln!
Und warum das Ganze? Weil ich gestern eine meiner wichtigsten Bergregeln missachtet habe:
Keine Flüssigkeitsaufnahme nach 18 Uhr! Sieben Liter hab ich bis dahin eh locker drin, und bis es dann gegen 21 Uhr ins Bett geht hat der Körper noch genug Zeit, den Stoffwechsel ordentlich durchzuführen.
(Diese Regel war übrigens einer der Gründe dafür, dass ich als einizger in der Gruppe jede Nacht durchgeschlafen habe!)

Heute ist "Ruhetag". Laaaangweilig!
Nach dem Frühstück laufe ich erst mal Richtung Gletscher, dann runter durch den Flußlauf zu den Penitentes, und dann noch spontan zum verlassenen Hotel / Hütte, was die Überquerung einer extrem zweifelhaften Brücke erfordert. 
Ist aber ne schöne Wanderung, und ich habe die Berge ganz für mich allein.  

Was hier auffällt: die Temperaturunterschiede sind immens! Kunststück, das Basecamp steht mitten auf dem Gletscher, gerade mal durch eine  rund 1 Meter dicke Geröllschicht vom Eis getrennt. 
Scheint die Sonne, dann genügen Shirt und kurze Hose, kommt etwas Wind dazu, dann braucht man sofort die warmen Klamotten, und nachts gehts auf geschätzte -10 Grad runter. 
Morgens beim Aufstehen liegt eine dünne Eisschicht über der Innenwand des Zeltes, der Bach ist verschwunden weil eingefroren. 

Nach dem Mittagessen gibts erste Infos zu den kommenden Tagen, und ich packe schon mal meine Sachen grob vor, denn ab sofort heißt es: alles selber schleppen!

Abends noch zum Medizincheck. 
90% Sauerstoffsättigung, und ein Blutdruck von 130 zu 75. 
Passt alles!
Dann gehts morgen zum Akklimatisieren auf den 5100 m hohen Cerro Bonete. 

Letzter Tee um 18:15!  :-)


10.01.

Hab wieder durchgeschlafen, abgesehen von einer halben Stunde gegen 3 Uhr.  
Meine Nase war komplett zu, und wenn man die furztrockene Luft hier oben stundenlang durch den offenen Mund zieht, dann denkt man irgendwann, der Hals fällt ab. 
Hat sich dann aber wieder gegeben. 

Gegen 8:30 gehts los zum Cerro Bonete, wie immer bei wunderschönem Wetter. 
Der Aufstieg ist steil, und die Geschwindigkeit, die die Guides vorgeben erscheint mir quälend langsam. 
Der Vorteil ist, das ich komplett entspannt und unverschwitzt oben ankomme. 
Auf dem Weg wieder jede Menge Pinnacles, und oben dann ein gigantischer Ausblick über die Anden, und auf unsere Route zum Aconcaguagipfel. Wir können die Lager 1 bis 3 sehen, den Einstieg in die Canaletta, und den Gipfel.  
Das wirkt alles so nah, und trotzdem werden wir von Camp 3 bis zum Gipfel im besten Fall 8 Stunden brauchen, one way!!!





Wenn der Blick hier schon so unbeschreiblich ist, wie muss es dann erst 2000 Meter weiter oben sein?
Nach einigen Fotos und Brotzeitpause steigen wir wieder ab. 
Wir pacen durch den Staub und das Geröll, als wäre es eine Skipiste. 
Macht irre Spaß, allerdings dürften das auch ideale Bedingungen für eine Staublunge sein.   

Monika aus dem Team war heute nicht mit dabei. Ihr ging es schon länger nicht besonders. Die Ärzte haben akute Höhenkrankheit festgestellt. 
Sie bleibt die nächsten zwei Tage erst mal hier, und steigt dann evtl. mit zum Camp 1 auf. 
Halb so schlimm, unser tatsächlicher Aufstieg ist ja auch erst am 13. Januar. 

Andy, mein 60jähriger Mitbewohner sieht irgendwie auch nicht gut aus. Allerdings wirkt er nur extrem schlapp, und weniger krank. 

11.1.
Heute bringen wir schon mal erstes Material zum Camp 1. 
Die ganze Aktion dürfte maximal 5 Stunden dauern, da das Camp keine 700 Höhenmeter über uns liegt. 
Jeder muss ca. 6kg Material und Essen hoch schaffen, plus einen Teil der eigenen Ausrüstung. 
Den Rest nehmen wir dann übermorgen mit. 
Frühstück um 9, danach Verteilung des Materials, und ab geht die Post. 



Mit 15kg im Rucksack gehts nach oben. Nach 3,5 Stunden seeeeehr langsamem Aufstieg sind wir da.
(Wäre mal wieder auch in zwei gegangen.)

Camp Canada ist nichts weiter als eine Schotterfläche, und noch dazu eine recht kleine. Der Gipfel scheint so nah, man könnte meinen es wäre ein Spaziergang.  
Wir bleiben ein wenig in der Sonne liegen, fixieren unser Material mit Steinen, und wedeln wieder runter. 
Gegen 16 Uhr sind wir wieder da. 



Problematisch könnte die Wasserversorgung in den Höhencamps werden, da weit und breit kein Schnee zu sehen ist. Die Camps 2 und 3 liegen näher am Gletscher bzw. am Gipfel, aber Camp 1 ist brottrocken. 
Scheinbar hat das jemand gehört, denn am Abend zieht es zu, und es beginnt zu schneien. Echt ungemütlich!
Das ist dann so der Moment, wo man sich nach Hause wünscht, die Kids ins Bett bringen, und mit dem Frauchen kuscheln. 
Der innere Schweinehund ist manchmal ein echter Arsch!!!!!
Wenns zu Hause jetzt nicht 1 Uhr nachts wäre, ich würd glaub ich anrufen... Wenn es ein Netz gäbe. 

12.1.
Davon abgesehen, dass die Parkranger heute Nacht gegen 23 Uhr das halbe Camp geweckt haben, weil ein Russe vermisst wurde habe ich bestens geschlafen. 
Der Depp hat sich am Lager 2 mit seinen zwei Kollegen gestritten, und ist dann alleine abgestiegen. 
Alles war in heller Aufregung.
Die Ranger plärren durchs Zelt wie wir heißen. Und weil sie einen Andrej suchen, und "Andy" falsch verstehen, müssen wir auch noch unsere Visagen ins Taschenlampenlicht halten. Ich hätte ja gar nicht reagiert, aber Andy - mein Zeltmitbewohner - ist eben ein gut erzogener, englischer Gentleman. 
Und wo haben sie den Arsch dann gefunden?
Morgens um 6 friedlich schlafend im Küchenzelt. Trottel!!!!!

Heute ist noch mal Ruhetag, und das bei schönstem Wetter. Brühwarm, strahlend blauer Himmel, einfach großartig. Dazu noch die eine oder andere rumpelnde Bilderbuchlawine am Gletscher, was will man mehr!

Um 11 ist wieder Medizincheck. 
Ich bin bestens drauf: 97% Sauerstoffsättigung, Ruhepuls von 75, auf den Blutdruck hab ich gar nicht mehr geschaut. 
Der Doc grinst mich nur an und sagt 
"You go up there!"
Ich hoffe mal er behält recht, und das Wetter funkt nicht dazwischen. 

Danach mache ich Wellness. 
10 Minuten heiße Dusche für 10 Dollar, aber das ist es mir wert. 
Haare waschen, bissl rasieren, Nägel schneiden... Man muss ja gut Aussehen am Gipfel ;-)
Ich befürchte zwar, dass der Effekt spätestens übermorgen wieder verflogen ist, aber es war mit Sicherheit eine der schönsten Duschen meines Lebens!

Nach dem Abendessen gibts noch ein paar Infos zum Ablauf der nächsten Tage, inklusive "how to Shit in the highcamps".
Sehr amüsant!
Der Punkt ist der: bis zum Basecamp gibt es so etwas ähnliches wie Toiletten. Die Behälter werden regelmäßig ausgetauscht, und vom Helikopter mit ins Tal geflogen. Das garantiert, dass es am Berg sauber bleibt. Auch alle anderen Abfälle werden auf diese Art entsorgt. Eine Müllhalde wie am Everest kann hier also gar nicht erst entstehen.
Weiter oben gibt es diesen Service aber nicht mehr. Soll heißen: der geneigte Bergsteiger muss alles (!!!) was er hoch bringt, auch wieder mit runter nehmen. Und bei den kalten Temperaturen gibt es auch keine biologischen Abbauprozesse mehr. Ich werde hier nicht weiter ins Detail gehen, wir haben aber tatsächlich ALLES wieder runtergebracht.

13.1.

Gegen 10:30 gehts mit dem restlichen Gerödel zum Camp Canada. Der Rucksack ist voll bis zum Rand.  
14:30 sind wir da. 
Zelt aufbauen auf 5000 m ist gar nicht mal so unanstrengend!!
Danach erstmal chillen!
Um 20 Uhr gibts Linseneintopf aus der Tüte, danach einen Superkitschsonnenuntergang, und hinterher wird am Kissen gehorcht.   



14.1.

Frühstück draußen mit Aussicht bei Minusgraden - macht man daheim auch eher selten. 
Heute gehts mit dem Gerödel von gestern PLUS Essensvorräten hoch zum Camp 2 Nido del Condores. 
Das macht dann knapp 20 kg im Rucksack. Geht aber ganz entspannt, und immer schön langsam bis auf knapp 5500 m. 
Damit bin ich jetzt höher als je zuvor!

Pünktlich mit unserem Eintreffen am Camp gegen 14:30 beginnt ein Schnee- und Graupelsturm, so dass innerhalb von wenigen Minuten alles unter einer zentimeterdicken, weißen Schicht begraben ist. Auch wir, obwohl wir die Zelte in Rekordzeit aufstellen. 

Bisschen gammeln im Zelt, und wieder aufwärmen. 
Dann schaue ich mal auf die andere Seite des Platzes, und mir verschlägts den Atem! 
Von hier aus hat man einen unglaublichen Blick auf die Gletscher, die von allen Bergen hinunterfließen, und schließlich zu einer gigantischen Eisautobahn werden!
Und da kommt schon wieder die nächste Schneewolke. 
Ist halt doch Januar! :-) 





Im Lauf des Abends und der Nacht wächst sich das Wetter zu einem echten Orkan aus. 
Es rüttelt und scheppert am Zelt, und morgens haben wir 40cm Schnee unterm Vorzelt. 

15.1.

Erstmal schön warm anziehen, dann den Schnee aus dem Weg schaufeln.
Gegen 10:30 Abmarsch, 14:15 auf Höhe Camp Berlin, 14:50 sind wir dann im Lager 3 Colera auf 5900m. 

Schon krass, wie schnell die Zeit am Ende vergeht. Morgen ist schon Gipfeltag - wenn das Wetter mitmacht. 

Und das würde bedeuten, dass ich übermorgen Abend schon wieder im Basecamp bin, und einen Tag später in Mendoza. Dann kann ich zu Hause mal wieder was von mir hören lassen.

Fakt ist jedenfalls, dass das Bergwetter mal wieder alle Register zieht. 
Genau wie gestern stürmt und schneit es ohne Pause, das Zelt wackelt und flattert, und ich hab nix mehr zu lesen!
Hätte vielleicht doch ein Hörbuch auf dem Handy lassen sollen. 
Wir verbringen den Rest des Tages größtenteils damit im Zelt zu dösen, das Material für Morgen zu sortieren, den Tütenmampf zu futtern, und heißes Wasser in uns reinzuschütten.  

16.1.

Endlich, es ist Gipfeltag, und der hat es in sich!!!
Wecken um 3, und ordentlich Flüssigkeit reinschütten. Wir können nicht viel Flüssigkeit mitnehmen, weil durch die niedrigen Temperaturen mit der Zeit alles einfriert. Deswegen müssen die Körperreserven vorher schon erdenklich aufgefüllt werden. Ansonsten werden zwei bis drei Liter kochendes Wasser in Thermoskannen abgefüllt, um sie so lange wie möglich flüssig zu halten. Gesund ist das nicht, aber es gibt keinen anderen Weg.
Ab jetzt steht alles unter dem Motte „Entdeckung der Langsamkeit“. Ein paar Bissen essen, und vier Schichten Klamotten anziehen. Unterwäsche, lange Unterwäsche, Fleece, Isolationshose, Daunenjacke, Gamaschen, Handschuhe, Fäustlinge. Fuck ist das anstrengend!
Abmarsch um 5.  
Ich hätte es ja nicht geglaubt, nach dem Wind heut nach. 
Wir haben wunderschönen Sternenhimmel, es ist saukalt aber windstill. Wir blicken hinunter auf die Anden. 




Und dann gleich zu Anfang der Schockmoment: was ist da los mit den Zehen in meinem Linken Schuh?
Das fühlt sich nicht gut an! Jetzt schon umdrehen?? 

Fünf Minuten später die erste Pause. 
Ich hatte nur den Schuh zu feste geschnürt, darf meine Zehen also behalten. 
Beim Weitergehen geht die Sonne langsam auf, und wirft den Schatten des Aconcagua in den Morgendunst, direkt unter den Mond. Spitzenmoment!



Wir gehen langsam und im Schneckentempo, ein Schritt, drei Atemzüge. 
Immer wieder tolle Blicke über die Anden, wir sind jetzt schon höher als alle anderen Berge außen herum. 
Bisher haben wir absolutes Spitzenwetter, keine Wolken, kein Wind. 
Hinter dem nächsten Hügel liegt die Traversa. Auch hier kein Windzug. Ungewöhnlich, denn das ist normalerweise die Stelle, an der es am Meisten kachelt. 
Blick bis runter zum Basecamp, alles wunderschön, und plötzlich hab ich wieder die Suppe im Gesicht!
Wenn es eine wichtige Sache gibt, die ich in diesem Urlaub gelernt habe dann: du weißt erst was Familie bedeutet, wenn du selbst eine hast. Ich würde diesen Moment jetzt so gerne mit meiner Frau und meinen Kindern teilen!
Ziemlich fertig macht es mich auch, dass mir bei ca. der Hälfte der Traversa ein  Guide dabei helfen muss, meine Steigeisen anzulegen. 
Das ist doch sonst nicht so schwer!!! Ein Arbeitsschritt, der normalerweise in wenigen Minuten erledigt ist, und nur ein paar wenige Handgriffe erfordert, wird hier zur Herausforderung!
Aber auf 6500m ist einfach jede Bewegung, außer dem Laufrhythmus  ( 3 x Atmen, 1 Schritt) eine Herausforderung! Und ich bin auch nicht der Einzige. Ohne Vladi, den Guide, hätte ich für diesen simplen Schritt bestimmt 20 Minuten gebraucht. 
Aber die Gedanken an zu Hause treiben mich auch an, und ich bin ziemlich fix am Eingang zur Canaletta. 
Einziger Negativaspekt: es sieht mal wieder so aus, als müsste man nur um den Hügel rum, und wäre in 10 Minuten am Gipfel. Denkste! Es sind nochmal 2,5 Stunden mit Steigeisen durch Schnee und Geröll. 
Auf einmal ziehen dann auch noch die Wolken zu, und es schneit immer stärker. 20 Minuten vor dem Gipfel will unser Guide umdrehen. Nach einer kurzen Besprechung entschieden wir uns aber, es doch noch zu versuchen.
Es sind die 20 härtesten Minuten meines Lebens: es stürmt und schneit, wir sind seit 10 Stunden unterwegs, der Aufstieg nimmt kein Ende, der Wind nimmt immer mehr zu, aber um 15:10 Uhr stehen wir dann - mit vier Ausnahmen - alle am Gipfel. 
(Die Stöcke Lassen wir ein paar Meter weiter unten liegen, wegen der hohen Ladung in der Luft. Die Gefahr eines Blitzschlags ist immens!)
Es gibt ein paar Umarmungen und Schulterklopfen. Es werden auch ein paar Fotos gemacht, zu sehen gibt es sonst leider nicht viel. Bei ca. 100 Metern Sicht ist nicht  viel zu holen. 
Die ganz große Freude bleibt aber erst mal aus, irgendwie kann es doch noch keiner so recht glauben, und wir sind auch irgendwie zu ausgepowert, und zu wenig mit Sauerstoff versorgt, um jetzt hier zu feiern. 
Dann gehts an den Abstieg. 
Es bläst und pfeift, dazu donnert und blitzt es jetzt auch noch, vom ohnehin nicht vorhandenen Pfad ist nichts mehr zu sehen. Wir waten knietief durch eine weiße Wand. 
Unserem Guide sei Dank schaffen wir es auch wieder runter. Alleine wäre das ein Himmelfahrtskommando. In dem Fall  wäre ich wohl auch nicht bis zum Gipfel gekommen. 
Unten kurze Pause, dann den kompletten Weg mit Steigeisen zurück. 

Ungefähr eine Stunde vorm Lager eine ganz komische Situation. 
Die Luft hat sich so aufgeladen, dass die Elektrizität wie ein Kolibri um mich herumschwirrt. 
Ich kann es hören und spüren, es bitzelt auf meinem Kopf, ich werfe panisch meine Stecken weg und mich auf den Boden. 
Meine Mitläufer gucken mich leicht amüsiert an, bis es ihnen kurz darauf genauso geht, und 50m entfernt ein Blitz einschlägt. 
Das geht noch ein paar mal so, aber wir können ja nicht ewig am Boden liegen bleiben. 
Den restlichen Weg verbringe ich taumelnd im Halbschlaf, falle gegen 19 Uhr mit meinen Stiefeln an den Füßen ins Zelt und schlafe sofort ein. 

17.1.
Es hat wohl die Nacht durch weiter gestürmt und geschneit, das ganze Camp liegt teilweise knietief unter Schnee begraben. 

Von dem was man so hört, sind einige Expeditionen gar nicht erst los, andere mussten an der Traversa wegen zu viel Schnee umdrehen. 
Für die nächsten Tage werden da oben Windgeschwindigkeit von rund 100 Meilen / Stunde erwartet. 
Da geht nix, hatten wir also noch mal Glück!!!!

Das Wetter heute ist ansonsten strahlend schön. Kurz vor 11 machen wir uns an den Abstieg. 

Stundenlang bergab zu laufen ist extrem anstrengend, zumal es bis auf 4500m runter geschneit hat, und jeder Schritt ein Glücksspiel ist. 
Um 15 Uhr betreten wir wieder das Basecamp, und dazu passend fängt es an zu schneien. 
Als Welcome gibts Hamburger (sogar zwei!) und Cola für alle. 
Den restlichen Tag verbringen wir im Essenszelt. 
Das Abendessen ist eigentlich wie immer. Danach gibts aber noch zwei Überraschungen. 
1) wir dürfen alle im Essenszelt übernachten und müssen unsere Dackelgaragen in dem Schneegestöber nicht aufbauen, und
2) es gibt jede Menge Sekt!!
18.1.

Kurz vor 11 nach dem Frühstück Laufen wir im Schneegestöber los Richtung Parkausgang. 
Bei diesem Wetter hat die Landschaft noch mal eine ganz besonders magische Atmosphäre. 



Unterwegs erfahren wir, dass alle Expedition aus den Hochlagern abbrechen und nach unten kommen. 
Die Traversa ist wegen akuter Lawinengefahr dicht, die Canaleta wegen Schnee und Wind unpassierbar. 
Schon eine Stunde nachdem wir mit Müh und Not wieder runtergekommen sind ging nichts mehr. Die Lage soll noch mindestens die nächsten vier Tage so bleiben. 
Wir hatten also unheimlich viel Glück, in jeder Hinsicht!
So viel Schnee um diese Jahreszeit ist sehr ungewöhnlich, es hat bis auf ca. 4000 Meter runtergeschneit. 
Wir waren also für einige Zeit die letzten da oben.  

Gegen 18 Uhr sind wir unten am Bus. 
Ich bin nicht der Einzige dem es so vorkommt, als ob wir vor Monaten hier durchgelaufen sind, nicht erst vor 14 Tagen.  
Wir fahren an der Gedenkstätte der Bergsteiger vorbei, die am Aconcagua ihr Leben gelassen haben, halten noch bei ein paar Gaucho-Stationen um Gepäck abzuholen, und fahren weiter Richtung Mendoza. 
Unterwegs kurzer Pinkelstopp. 
Im Spiegel am Klo sehen wir zum ersten Mal in Großformat, was wir alle für fertige Gestalten sind. 

Ich nehme mir vier Empanadas mit Fleisch-Zwiebelfüllung für 16 Pesos mit, das sind keine zwei Euro, es schmeckt und macht satt. 
Durch das Rumgeschaukel im Bus merke ich erst, wie fertig ich bin!!
Nachdem wir ankommen wird schnell geduscht, und dann gehen wir noch gemütlich futtern. 
Nachts um 1 Uhr ein 700 Gramm Steak für umgerechnet 10 Euro ist für Argentinien scheinbar normal. Auch, dass es um diese Zeit noch rappelvoll ist im Restaurant. 

19.1.
Frühstück um 10, um 13 Uhr startet das große Abschiedsfressen mit den Guides. Es gibt Parilla, eine Fleischfressorgie, die bis 18 Uhr dauert, mit Bier, Wein, Sekt, Rum, etc. 
Das haben wir uns verdient!

Es war eine großartige Tour. Einige Passagen vom Gipfeltag sind mir entfallen, die Anstrengung und der Sauerstoffmangel haben dann doch ihren Tribut gefordert.
Ansonsten werde ich keinen Augenblick dieser Expedition jemals vergessen.
Auch wenn es eine Schinderei war: es tut gut zu spüren, zu was man in der Lage ist, und dass es noch existiert, das letzte große Abenteuer.
Wobei - das letzte wird es für mich bestimmt nicht gewesen sein…

Dienstag, 17. September 2013

Machu Picchu - die geheimen Ecken Part 1

Wie ging es nun weiter mit den Schweizern und mir?

Theoretisch hätten wir am Ende der zweiten Etappe in einer Art Sammelcampingplatz übernachten müssen, um am nächsten Tag mit allen anderen gleichzeitig in Richtung Machu Picchu zu starten. 
Nachdem auch jeder das Sonnenaufgangsspektakel an diesem magischen Ort sehen möchte, hätte das gegen fünf Uhr morgens ein Hauen und Stechen gegeben, das wir unbedingt vermeiden wollten. Wir schlichen uns also weiter mit dem Ziel, Machu Picchu noch am selben Tag zu erreichen, den Sonnenuntergang zu sehen, unsere Zelten direkt vor den Ruinen aufzustellen, und stressfrei und alleine zum Sonnenaufgang vor Ort zu sein. 
Wir mussten ein paar Wachposten umgehen, etwas Schleicharbeit leisten, aber schließlich haben wir es geschafft. Der erste Blick durchs Sonnentor Inti Puncu auf die Stadt der Inka, und pünktlich zum Sonnenuntergang wanderten wir mit dem Rucksack auf dem Buckel ganz alleine durch die bereits ausgestorbene Ruinenstadt.

      
Endlich - Machu Picchu! Ankunft bei Sonnenuntergang!

Von einem einheimischen Jungen liessen wir uns Zeigen, wo wir unbemerkt unser Zelt aufstellen konnten. Er zeigte uns eine Ecke in einem Gebüsch und meinte nur lapidar: „Passt auf, da gibts Vipern - saugefährlich!“ Wir sagten uns, wenn wir die Finger aus dem Gebüsch lassen, und nur mit unseren Wanderschuhen herumlaufen kann uns nichts passieren. Und im Zweifelsfall würden wir innerhalb von ein paar Stunden schon einen Doc auftreiben. Es gibt Risiken, die durchaus kalkulierbar sind, und wir waren der Meinung, dass es sich um ein solches handelt.

Ich kann Sie beruhigen, wir haben die Nacht ohne Schlangenbisse überstanden, und wurden mit einem gigantischen Sternenhimmel über den Ruinen belohnt, den wir ganz alleine genießen durften. Auf einen guten Rotwein haben wir in dem Fall gerne verzichtet. Wir hatten wirklich alles was wir brauchten!
Wobei uns die alten Inkagötter am nächsten Tag noch einen Nachschlag spendierten!

Ich empfehle Ihnen an dieser Stelle das Buch wegzulegen. Schlafen Sie eine Nacht drüber. Wenn Sie zu Bett gehen stellen Sie sich die Situation vor: über Ihnen der klare Sternenhimmel Perus, die schwarzen Schemen der Ruinen von Machu Picchu ragen zwischen den Bäumen empor. Sie spüren die leichte Feuchtigkeit der Nachtluft, kriechen in Ihr Zelt. Nachdem Sie sich in den Schlafsack eingekuschelt haben und die richtige Schlafposition gefunden haben hören Sie draußen den leichten Wind an den Zeltwänden entlangstreichen, und die Geräusche der Tiere, wie Sie ihre Nacht bestreiten. Und inmitten dieser grandiosen Kulisse dämmern Sie langsam weg und träumen davon wie es war, als diese uralte Stadt noch besiedelt war.....

Mittwoch, 21. August 2013

Peru

Meine Reise nach Peru fand zu einem Zeitpunkt statt, als man den Inka Trail noch individuell begehen konnte. Mittlerweile ist das leider nicht mehr der Fall. Dieser großartige Weg kann nur noch in organisierten Gruppen begangen werden. 
Das hat zwar den Vorteil, dass man von seinem Tourguide wertvolle Informationen erhält, die einem ansonsten fehlen würden. Es hat aber auch den Nachteil, dass man die Atmosphäre und die grandiosen Ausblicke nicht mehr alleine in Ruhe genießen kann. Die alten, zum Teil noch nicht freigelegten und renovierten Ruinen, das Bergpanorama, die wunderschöne Natur. Mit dem Anwachsen der Tourismus kam es aber offenbar vermehrt zu Vandalismus, und auch zu Überfällen auf Wanderer. 
Dem wollten die Verantwortlichen scheinbar vorbeugen. In gewisser Weise handelt es sich dabei aber auch um ein hausgemachtes Problem, dann man versuchte - und versucht nach wie vor - immer mehr Touristen nach Machu Picchu zu karren. Die etwas Ausdauernderen wandern drei Tage lang über den Inka Trail zu dieser „versteckten Inkastadt“, alle anderen fahren mittlerweile direkt mit dem Bus bis vor die Tür. Bis zu 5000 Besucher werden derzeit täglich in Machu Picchu gezählt. Und die Regierung plant die Installation einer Flutlichtanlage, die den Besuch auch noch Nachts ermöglichen, und die Besucherzahl verdoppeln soll. 

Wissenschaftler sehen darin ein Desaster. Jeder Schritt auf dem Boden von Machu Picchu ist wie ein kleines Erdbeben. Die Steine der Bauwerke sind nicht durch Mörtel oder ein anderes Bindemittel verbunden, sie sind lediglich passgenau aufeinander gestapelt. Die Folgen sind klar: die Gebäude werden früher oder später einstürzen. Geholfen ist damit niemandem. Aber der kurzfristige finanzielle Segen lässt offenbar alle Risiken vergessen.

Peru verfügt über mehr als 200 archäologische Stätten, viele versierte Reisende suchen jetzt schon nach ruhigen und abgelegenen Alternativen. Es gibt sie zu Hauf. Wollen wir hoffen, dass ihnen das Schicksal von Machu Picchu erspart bleibt.
Als ich damals den Treck startete waren an diesem Tag gerade mal 80 Wanderer unterwegs - ich war also alleine, konnte alles auf mich wirken lassen

Und vor allem, ich konnte mein Zelt aufschlagen wo ich wollte. Das war zwar zum damaligen Zeitpunkt auch schon nicht gern gesehen, aber wenn man sich eine versteckte Ecke hinter einer Ruine oder hinter einem Baum im Dschungel suchte, dann war auch das machbar. Und ich wollte all diese Eindrücke einfach alleine auf mich wirken lassen: Dschungel und Schmetterlinge noch auf knapp 3000 Metern Höhe, diese meditative Stille in der man sich einfach fallen lassen kann, die Bauwerke, die seit hunderten von Jahren über die Gipfel der Anden wachen. Und dazu ein selbst gekochtes Süppchen vom Gaskocher, mein Zelt und ein Sonnenuntergang von Gottes Gnaden. Unbeschreiblich!

Ich werde den weiteren Verlauf des Inka Trails hier nicht groß auswalzen. Reiseberichte gibt es genug. Ich denke, Sie können sich meine Faszination wohl vorstellen.
Es gab aber zwei Ereignisse, die erwähnenswert sind.

Zum einen habe ich am zweiten Tag ein Paar aus der Schweiz getroffen. Sie waren frisch verheiratet, und auf Hochzeitsreise. Ich habe es zwar sehr viel später auch nicht anders gemacht, aber zum damaligen Zeitpunkt war einerseits der Gedanke an Heirat für mich noch völlig undiskutabel, zum Anderen bedeutete eine Hochzeitsreise für mich ein schönes Hotelzimmer in der Karibik, ein Himmelbett, Cocktails, Kellner die einem den A**** nachtragen, und ähnliches. Ganz bestimmt gehörte es nicht zu meinen Honeymoon-Vorstellungen einen 15 Kilo schweren Rucksack auf über 4000 Meter zu schleppen und auf Isomatten zu übernachten. 
Nun - offensichtlich hat mich diese Begegnung geprägt. Der Plan der Beiden war es, zunächst sechs Monate mit dem Rucksack durch Südamerika zu Reisen, und danach noch weitere sechs Monae für ein Entwicklungshilfeprojekt in Peru zu arbeiten. Schleppen, Schwitzen und Arbeiten. Nicht Ihre Vorstellung von Flitterwochen? 
Wie gesagt, meine waren es damals auch nicht, und doch sollte es bei mir Jahre später fast genau so ablaufen. Das Einzige was in diesem Moment zählt ist die Tatsache, dass diese beiden Mensch sich mit dem was sie da taten völlig sicher waren. Sie wollten es, gingen in dem Gedanken auf, und konnten sich nichts schöneres vorstellen.

Man sollte sich also doch viel öfter mal die Zeit nehmen und versuchen zu verstehen wie andere Menschen ticken. Man muss ja nicht gleich mit allem konform gehen, aber oftmals stellt man fest, dass man einfach nur zu sehr an eingefahrenen Strukturen festhält, an alten Konventionen und Gewohnheiten, die entweder nicht mehr zeitgemäß sind, oder die einem schlichtweg nicht gut tun und Möglichkeiten unnötig einschränken.
Fragen Sie nach, sein Sie neugierig, wägen Sie ab bevor Sie urteilen. 
Vieles was auf den ersten Blick ungewöhnlich, ja verrückt und komplett abwegig erscheint eröffnet oftmals neue, großartige Möglichkeiten. Viele Dinge lehnen wir nur deswegen ab, weil wir nicht genug darüber wissen. Alternativmedizin. Energiegewinnung. Religion. 
Fragen Sie sich mal selbst, bei wie vielen Themen Sie eigentlich wirklich Ihre eigene Meinung vertreten, weil Sie sich anhand von Fakten ein Bild gemacht haben. Oder ob Sie nur das nachplappern was andere sagen, die selbst nicht wissen wovon sie reden, weil sie nie nachgefragt haben.

Gemeinsam mit den beiden Schweizern habe ich noch mehr Möglichkeiten ausgelotet.

Und die waren der Hammer!
Ich erzähls Ihnen - beim nächsten Mal. 

Montag, 19. August 2013

Südamerika - zwischen Samba und Inka

Wenn alles klappt, dann befinde ich mich in genau fünf Monaten in Argentinien, auf dem Gipfel des Aconcagua!
Grund genug, um an meine erste Tour durch Südamerika zurückzudenken. 

Ich weiß es noch, als wäre es gerade gestern gewesen. 1 Uhr nachts in Rio de Janeiro, das Thermometer zeigt 32 Grad, der Alkoholpegel ist auch nicht gerade niedrig, und ich taumle von der Copacabana in Richtung meiner Unterkunft.

Ein paar Stunden vorher war ich in Rio gelandet, der Carneval war gerade vorbei, überall lagen Teile ausgedienter Sambakostüme an den Straßenecken und ich atmete die feuchte, schwere Luft dieser großartigen Stadt. Der Taxifahrer hatte mich übers Ohr gehauen weil ich vom Flug zu müde war um zu protestieren, mein Backpacker Hostel lag aber nur zehn Minuten zu Fuss von einem der wohl bekanntesten Strände der Welt.
Es dauerte keine zwei Minuten, und ich war mit anderen Reisenden im Gespräch. Die üblichen Fragen nach dem woher und wohin, wie lange schon und wie lange noch. Bis einer zu mir sagte: "Komm, wir gehen vor an den Strand auf nen Caipi."

Zwei Fehler habe ich an diesem Abend gemacht. Der erste war, dieses Gesöff zu unterschätzen! Denn der Caipirinha in Brasilien ist nichts anderes als ein bis zum Rand gefülltes Glas mit Zuckerrohrschnaps, und ein Schnipselchen Limette.
Gut, ich habe es überlebt.

Fehler Nummer zwei, und das ärgert mich bis heute:
mein neuer bekannter Fragte mich, ob ich am nächsten Tag mit zum Fussball gehen möchte. Ein paar der Backpacker hatten nämlich beschlossen, sich ein Spiel im Maracana Stadion anzusehen. Ich lehnte ab, weil ich mich zum Einen wenig für Fussball begeistern kann, und zum anderen nicht gleich am ersten Tag mein Geld zum Fenster rauswerfen wollte.

Gut - haben Sie schon einmal Bilder aus dem Maracana Stadion gesehen. Das größte Fussballstadion der Welt (bei seiner Fertigstellung bot es Platz für rund 200.000 Menschen) ist eine gigantische Party! Sambatrommeln überall, eine Stimmung, die sofort auf alles und jeden übergreift, ein einziger Glückstaumel! Dieses Erlebnis habe ich mir entgehen lassen, weil ich "keinen Bock auf Fussball" hatte. 

Es ärgert mich bis heute, dass ich mir die paar Reales gespart habe. Man muss auch mal etwas neues ausprobieren, auch wenn man der Sache kritisch gegenüber steht. Den Versuch ist es meistens wert. Das gilt für den Besuch von Sportveranstaltungen genau so, wie für die Theater- oder Opernaufführung, die strategische Vorbereitung eines Kundengesprächs, oder die Wahl des Urlaubsziels. 
Meinungen und Auffassungen verändern sich mit der Zeit, Menschen verändern sich, ja ganze Länder, wie ich am Beispiel von Nicaragua bereits beschriebe habe. Also nur Mut, halten Sie nicht an festgefahrenen Gewohnheiten fest! Und vor allem sollte man sich auch ab und zu einfach mal etwas gönnen. Das trägt zum eigenen Wohlbefinden bei, und damit zu einem entspannteren Miteinander.

Ich habe mir dann später noch einiges gegönnt. Zum Beispiel den Hubschrauberflug über die Iguacu-Wasserfälle. Eine absolut spontane, aber richtige Entscheidung. Ich war am Tag zuvor in Iguacu angekommen, und hatte mit meiner Hängematte ganz in der Nähe der Fälle übernachtet. 
Hätten die Moskitos nicht durch den dünnen Stoff hindurch ein Festmahl auf meinem Rücken gefeiert, es wäre eine der tollsten Nächte meines Lebens gewesen. Das brachiale Donnern der Wasserfälle, die feuchte Luft, das Kreischen der Vögel, Nasenbären die neugierig in meinem Rucksack wühlen, der Rauch meines Lagerfeuers. Gut, da kann man einen juckenden Rücken durchaus verschmerzen.

Ich bin dann den ganzen Tag an den Fällen entlang gewandert. Es war einer dieser Momente, in denen auch der letze Realist anfängt sich zu Fragen, welche höhere Macht hier Architekt gespielt hat. Und als ich mir gerade die Frage stellte, wie sich das ganze wohl von oben gesehen darstellt, da war der Helikopterflug auch schon gebucht. Es war teuer, ja. Aber die Bilder die sich in meinen Kopf eingegraben haben, sind unbezahlbar und auf ewig mein!

Mit diesem Hintergrund können Sie überall punkten. Wenn Sie ihrem Gegenüber (egal ob einem Geschäftskunden oder einem Freund oder Verwandten) etwas verkaufen wollen, dann wird seine Frage immer sein: "Was kostet mich das, was habe ich davon, und geht das nicht billiger?" Und je klarer Sie den Nutzen beschreiben können, je beständiger und je außergewöhnlicher dieser ist, desto schneller wird 
ihr Gesprächspartner bereit sein zu investieren, Zeit, Energie, Geld, was auch immer.

Die Ausblicke von dort oben waren jedenfalls so unglaublich, dass ich mir im Laufe dieser Reise noch einen weiteren Flug gegönnt habe, noch einmal die Welt aus der Schöpferperspektive sehen wollte, viel später, in Peru.

Dazu später mehr, denn zu Peru gibt es eine Menge zu erzählen.
Bleiben Sie neugierig! Beim nächsten Post geht es dann etwas mehr ins Detail...

Donnerstag, 27. Juni 2013

Mittelamerika Abschluss

Hier mal wieder ein Text aus meinem Buch, der das Kapitel Mittelamerika vorerst zum Abschluss bringt. 
Lest vielleicht vorher noch einmal die letzten Texte zu meinen Reisen von Guatemala nach Costa Rica. Ist ja schon ein bisschen her. 
Hier jetzt ein paar Gedanken, bevor es dann nach Südamerika weitergeht. 


Man mag den Menschen in diesen Ländern unterstellen, daß sie mit Ihrer Lage nur zufrieden sind, weil sie es nicht anders kennen. Dem muß man zwei Argumente entgegenhalten: 
Erstens muß man ehrlicherweise sagen, daß sie bestimmt nicht immer zufrieden sind. Das zu glauben wäre extrem blauäugig. Nicht umsonst arbeiten Tausende Frauen in den USA illegal als Kindermädchen, nicht umsonst versuchen Kinder trotz wiederholter Abschiebung immer wieder über Mexiko in die Staaten zu kommen. Die unglaubliche Menge Obdachloser in amerikanischen Grenzstädten malt ein grauenhaftes und beschämendes Bild. Trotzdem machen diese Menschen so weit als möglich das Beste aus Ihrer Situation. Ich habe Slums in Guatemala und Brasilien gesehen. Nie hat jemand gejammert. Der Stolz und die Mentalität lassen es nicht dazu kommen. Eine Gabe, die uns abgeht. Wir jammern lieber auf hohem Niveau.

Zweitens muß man feststellen, daß die Menschen in sogenannten Entwicklungsländern nicht so unwissend sind wie wir vielleicht glauben. Ein Dorfbewohner im tiefsten Nicaragua weiß vermutlich mehr über die Welt, als ein verwöhnter Amerikaner in Manhattan. Es ist Jahre her, da kam ich an der Karibikküste von Honduras in ein kleines Dorf. Die Menschen waren extrem dunkelhäutig, sie waren die Nachfahren entflohener Sklaven aus dem 18. Jahrhundert. Touristen verirren sich so gut wie nie in dieses Dorf, und nichts deutet darauf hin, daß man sich hier für irgend etwas interessiert was über den eigenen Acker hinausgeht. Ich wurde in eine der Hütten zum Kaffee eingeladen, die Sau wurde vom Sofa verscheucht, und wir kamen ins Gespräch. Der Sohn der Familie war vor Jahren von zu Hause ausgerissen, und war als Schiffsjunge um die halbe Welt getingelt. Die Eltern waren nicht im geringsten verärgert. Im Gegenteil. Von dem Wissen das Sohnemann mit zurückgebracht hatte profitiert heute das ganze Dorf. Das beginnt bei einigen Brocken Englisch, Französisch und Italienisch, geht weiter bei einem recht ausgeprägten Interesse an der europäischen Politik und Wirtschaft, und gipfelte in einer Diskussion über die deutsche Fußballbundesliga. Die Männer trafen sich sogar regelmäßig vor dem einzigen vorhandenen Fernseher, um die Liga zu verfolgen. Sollten Sie einmal in einer Quizshow sitzen, wählen Sie für den Bereich Sport einen Telefonjoker in Honduras! 
Machen Sie also nie den Fehler die Menschen in ärmeren Ländern als Hinterwäldler anzusehen. Eine Gesunde Neugierde ist die Mutter allen Wissens! Nur weil jemand eine Volkstracht trägt muss er nicht von gestern sein. Und auch das ist etwas, das mich an Guatemala und Honduras fasziniert hat. Trotz den fanatischen christlich-spanischen Eroberern, trotz des Genozids während der Kriege, trotz der großen Zeitspanne zwischen den Ursprüngen und der Moderne, trotz all dieser Faktoren ist die Kultur der Maya noch lebendig. Die Menschen vergessen Ihre Wurzeln nicht, ihre Götter, ihre Bräuche. Nur in Deutschland setzt man offenbar alles daran die eigene Sprache, die eigenen Traditionen und Bräuche schnellstmöglich abzuschaffen. Woher das kommt sollen andere klären, ich halte es nur nicht für sinnvoll. Traditionen, Weißheiten, Umgangsformen die über Jahrhunderte gewachsen sind haben meistens einen Sinn. In der Regel dienen sie dem zwischenmenschlichen Miteinander. Wer jetzt sagt „Mensch, der redet wie mein Opa“, der dürfte genau auf dem richtigen Pfad sein. Ich fühle mich dadurch nur bestätigt. Denn meistens haben nur die Alten den Weitblick und die Erfahrung, um solche Phänomene zu erkennen. Und auch bei uns wird die Zeit kommen, in der man Alter (und die daraus resultierende Erfahrung) wieder zu schätzen weiß, in der Menschen nicht als „zu alt“ empfunden werden um mitreden zu können. Was Weisheit angeht, so kann man gar nicht alt genug sein. Neue Trends und wissenschaftliche Errungenschaften sind eine Sache, ein lebenslanger Erfahrungsschatz eine andere. Selbst die Werbung hat das schon erkannt: „Das 24-bändige Lexikon, 300 Euro. Wissen wo es steht, unbezahlbar.“

Ich hatte früher in diesem Buch schon mehrmals meine Erlebnisse in Nicaragua angesprochen. Für mich wurde dieses Land in mehrfacher Hinsicht ein Symbol. Dafür, dass man Menschen nicht sofort aburteilen soll, dafür, dass sich Dinge verändern können. Als ich 1996 zum ersten Mal nach Nicaragua kam war der Bürgerkrieg noch nicht allzu lange vorbei. Gut, das Friedensabkommen war bereits 1988 unterzeichnet worden, aber Papier ist geduldig. Bis sich alte Gewohnheiten – und seien sie noch so unschön – abschleifen, kann es schon mal etwas dauern. Mein erster Eindruck war damals: ein kaputtes Land voller Mißtrauen und Argwohn, in dem die Menschen wenig mehr gelernt haben als eine Waffe zu halten, und niemandem zu trauen. Wo immer ich hinkam waren die Menschen einsilbig, es wurde selten gelacht, und ich hatte permanent das Gefühl, dass man mich schnellstmöglich wieder loswerden wollte. Fast jeder Reisende wußte damals von Überfällen in der Hauptstadt Managua zu berichten, als Fremder ging man mit mehr als einem offenen Auge durch die Straßen. 
Der seltsame Umgang mit den Menschen legte sich natürlich auf die allgemeine Stimmung, und so konnte ich dem Land nur wenig abgewinnen. Die vielen alten, zerstörten und heruntergekommenen Gebäude taten ihr Übriges. Ich hätte dieses Land nie und nimmer als Reiseziel weiterempfohlen. Und das, obwohl Nicaragua wunderschöne Ecken hat. Das habe ich dann eingehender erst knapp zehn Jahre später erfahren, als ich 2005 wieder in diese Ecke der Welt kam. 
Wieder war ich über Guatemala und Honduras nach Nicaragua gekommen, wieder war ich von den Menschen, der Kultur und der Natur dieser beiden Nationen völlig begeistert, und wieder war ich neugierig auf Nicaragua. Diese Neugier sah allerdings etwas anders aus als 1996. Damals hatte ich mein Wissen nur aus Büchern, die nicht unbedingt für einen Urlauber meines Schlages geschrieben waren. Ich wußte vom Krieg, kannte die Eckdaten, war aber noch nie mit Menschen in einer solchen Situation zusammengetroffen. Mittlerweile hatte sich meine Ausgangsposition grundlegend verändert. Ich kannte wieder einmal die Grundsituation aus der Literatur und den Medien, ich hatte aber auch noch meine Erfahrungen vom letzten Mal im Kopf. Je näher ich der Grenze kam, um so intensiver lief dieser neun Jahre alte Film vor meinem inneren Auge ab. Und je öfter ich ihn „sah“ um so größer wurde meine Ungeduld.
War immer noch alles genauso wie damals? War mein Eindruck richtig? Sind die Menschen dort eben einfach so abweisend? Muß man mit dieser Mentalität leben? Ist ein erneuter Trip in dieses Land pure Zeitverschwendung, oder eine Reise zur Erkenntnis?
Ich sollte in jeder Hinsicht positiv überrascht werden. 
Die Menschen waren wie ausgewechselt, die Häuser wieder hergerichtet, der Umgang freundlich. Ich hatte den Eindruck in einem ganz anderen Land gelandet zu sein. Neun Jahre, und alles war anders! Alles und jeder – ohne Ausnahme – hat eine zweite Chance verdient. Das habe ich damals gelernt. Sicher, wenn Ihnen die Alpen oder der Himalaya heute zu steil sind, dann wird das in neun Jahren nicht anders sein. Vielleicht kann Ihnen ein Geologe die Erosionsgeschwindigkeit von Granit und Schiefer erklären. Aber vielleicht gehen Sie nach ein paar Jahren Bedenkzeit unter anderen Vorzeichen über dieses Felsgestein. Geben Sie also nicht nur allem und jedem eine zweite Chance, geben Sie sie auch sich selbst. 
Ich habe Silvester auf der Vulkaninsel Ometepe mitten im Lake Nicaragua verbracht, und mich mit den Einheimischen am Rum betrunken. Ich habe einen völlig vernebelten Vulkan bestiegen ohne das geringste zu sehen, wäre fast auf dem Rückweg mit der Fähre abgesoffen und mußte stundenlang laufen, weil weit und breit nicht der geringste motorisierte Untersatz zu finden war. Und wissen Sie was? Ich möchte keine Sekunden missen und werde in den nächsten Jahren mit absoluter Sicherheit wieder dort hin fahren. Jetzt - nach dem zweiten Mal – kann ich sagen: Nicaragua ist mehr als eine Reise wert! Meine nächste Reise dorthin wird in den wenig erschlossenen Nordostteil gehen. Ups, schon zu viel verraten! Sagen Sie es nicht weiter! Mit ein bißchen Glück laufen wir uns vielleicht dort über den Weg.